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Geschichte von Samnaun

Das Samnauntal besteht aus 5 kleinen Ortschaften: Compatsch, Laret, Samnaun-Plan, Samnaun-Ravaisch und Samnaun-Dorf. Das gemütliche und familiäre Dorf besticht durch seine Engadiner Architektur sowie durch das überall wiederkehrende Arvenholz, welches für ein sehr angenehmes Raumklima sorgt.

Samnaun wurde zwischen 800 und 1000 n. Chr. vom Unterengadin aus besiedelt, wodurch bis um 1800 fast ausschliesslich romanisch in Samnaun gesprochen wurde. Nach und nach wurde das Romanisch jedoch, durch die engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Tirol und die Ansiedlung von Tiroler Geistlichen und Lehrern, durch einen Tiroler Dialekt verdrängt, welcher sich zu dem heutigen doch sehr eigenen Samnaun Dialekt entwickelte. Bis heute erhalten sind die Orts-, Flur- und Bergnamen in Samnaun wie zum Beispiel Laret (Lerchenwald), Piz Ot (Hoher Berg) oder Pra Grond (Grosse Wiese).

In den Jahren zwischen 1873 und 1892 trat in Samnaun aufgrund eines Gendefekts das Phänomen der Samnauner Zwerge auf, welches eine Häufung der Geburten von zwergwüchsigen Kindern war. In 4 Familien gab es in 19 Jahren insgesamt 8 Kinder, die zwischen 80cm und 100cm gross wurden.

Aufgrund des Fehlens einer direkten Zufahrtsstrasse aus der Schweiz ins Samnauntal wurde Samnaun im Jahr 1892 Schweizer Zollausschussgebiet. Dieser Status sollte eigentlich bis zum Bau einer direkten Verbindung in die Schweiz gültig sein. Nachdem im Jahr 1912 diese Verbindung eröffnet wurde, wurde der Zollfreistatus verlängert und sichert Samnaun bis heute die höchste Zollfreishoppingmeile Europas.

Bereits berühmt für die schöne Landschaft und die vielen Möglichkeiten für Skitouren, entstand 1954 der erste Skilift in Samnaun. 1977/1978 mit dem Bau der ersten Luftseilbahn und der Erschliessung des Skigebiets begann die Erfolgsgeschichte der Silvretta Arena Samnaun/Ischgl. Im Jahr 1995 wurde in einer Bauzeit von nur 5 Monaten die erste doppelstöckige Seilbahn der Welt errichtet, welche über drei Stützen von der Talstation in Samnaun Ravaisch (1778 m ü.M.) zur Bergstation auf dem Alp Trida Sattel (2500 m ü.M) führt.